Regenpoesie

Himmel und Erde

Der Nachtwindhund weint wie ein Kind,
dieweil sein Fell von Regen rinnt.

Jetzt jagt er wild das Neumondweib,
das hinflieht mit gebognem Leib.

Tief unten geht, ein dunkler Punkt,
querüberfeld ein Forstadjunkt.

(Christian Morgenstern, Himmel und Erde, aus: Galgenlieder, 1932, Online-Quelle)

 

Nachtregen an einer Fensterscheibe | RegensucherinQuelle: Pixabay

 

7 Gedanken zu „Himmel und Erde“

  1. Wenn er denn nur hier weiterjagen würde, wir brauchen Regen so dringend, zwar fängt er heute an, ab und an sanft zu tröpfeln, aber wir brauchen Güsse, denn die Laubbäume an der Strasse bekommen schon wieder braune Blätter.
    Morgenstern hätte ich gern als Dichter persönlich kennengelernt.
    Lieber Gruß zu Dir, Karin

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    1. Hier regnet es (noch?) gar nicht. Ich kann nicht sagen, wie schlimm es mit der Trockenheit hier ist, aber „zu trocken“ ist es sicher. Allerdings war es hier die letzten Tage öfter mal freundlich feucht. Klar, das reicht nicht, ist aber besser als nichts.
      Ich hätte Morgenstern auch gern kennengelernt, ich habe schon viele tiefsinnige Sachen von ihm gelesen, immer mal wieder. Sehr angenehm.
      Liebe Grüße
      Christiane

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  2. Hier in Hessen hat es fast den ganzen Tag geregnet.
    Viel lieber wär mir allerdings der bayrische Regen:

    Wenn’s Zehn-Mark-Stück’l regent
    Und Zwanz’g-Mark-Stück’l schneibt,
    Na bitt‘ i unser’n Herrgott,
    Daß’s Wetter so bleibt.

    Altbayrischer Vierzeiler.

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