Regenmusik

I Can’t Stand The Rain

Doch, den Regen aushalten kann ich schon. Gut sogar, ich bin ja auch nicht verliebt bzw. unglücklich entliebt, wie es in dem Text heißt, wo der Regen an ihr Fenster prasselt und alte, schöne Erinnerungen wachruft …

I can’t stand the rain, against my window
Bringing back sweet memories
I can’t stand the rain, against my window
Cause he ain’t here with me …

Kennengelernt habe ich dieses Lied zuerst in der Disco-Version von Eruption (1978), ich gebe es ja leicht kichernd zu. Ist das nicht ein unglaubliches Augenpulver?  😉 Tja, those were the days.

Wer auch bessere Presse verdient hat (als nur mit Heidi), ist Seal, der 2008 meiner Meinung nach ebenfalls eine sehr hörenswerte Version dieses Titels abgeliefert hat.

Mein Herz gehört der Version von Tina Turner, erschienen 1984 auf dem großartigen „Private Dancer“-Album, und da ich davon ausgehe, dass das Lied eh jeder die meisten im Ohr haben, habe ich mich für eine Live-Version entschieden, die immerhin von 1985 ist. Was für eine tolle Frau!

 

Habt einen entspannten Tag, mit Regen oder ohne!

 

Regenpoesie

Und durstig kommt die Nacht zu allen

Die Amseln spielen ihre vielen Flöten,
Die schallen lustig in das Abenddunkel.
Sehr große Regentropfen fallen,
Und durstig kommt die Nacht zu allen.
Ich gehe unterm Regen an dem Fluß entlang,
Die Welle singt halblaut noch ihren Wandersang,
Die Wasser leuchten noch mit letzter Helle.
Doch Berge und die Sehnsucht fliegen nie.
Sie liegen drückend stets auf einer Stelle.

(Max Dauthendey, Und durstig kommt die Nacht zu allen, aus: Der weiße Schlaf, in: Gesammelte Gedichte und kleinere Versdichtungen, Albert Langen, München 1930, S. 444)

 

Südafrika | RegensucherinQuelle: Pixabay

 

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Regenpoesie

Der Regen wandert über den Fluß

Der Regen wandert über den Fluß
Und Wasser durchs Wasser waten muß.
Es ist als schwimmen die Ufer fort,
So triefend stehen die Berge dort.
Und Regen und Fluß durchs Land hingehen
Und können ihr eigenes Ende nicht sehen.
So wanderten Sehnsucht und Blut oft zusammen
Und alle Ufer überschwammen.

(Max Dauthendey, Der Regen wandert über den Fluß, aus: Insichversunkene Lieder im Laub, Quelle)

 

Wolke Regen Stadt | RegensucherinQuelle: Pixabay

 

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Regenmusik

Outside the rain fell dark and slow

Aus der Serie „Musikalische Heroes“ ein Song, den ich mir immer und immer wieder anhören kann. Auch wegen des Textes, klar, vor allem, weil er die Misere (und den Ausweg) so schön klar auf den Punkt bringt:

I took a heavenly ride through our silence
I knew the waiting had begun
And I headed straight … into the shining sun

Pink Floyd/David Gilmour: Coming back to life (ganzer Text hier)
 

Und während mir Pink Floyd manchmal zu düster und zu bombastisch ist, kann ich dem späten (also dem jetzigen) David Gilmour stundenlang begeistert lauschen …
(Liebe Karin, danke für die Erinnerung!)

 

 

 

Regentexte

Die Regentrude

Es ist schon einige Jahre her, da hatte sogar Hamburg einen furchtbar heißen Sommer, der sich über viele Wochen hinzog, ich weiß das Jahr nicht mehr. Woran ich mich aber erinnere, ist, dass das Hamburger Abendblatt auf einer Doppelseite Theodor Storms Kunstmärchen „Die Regentrude“ (aus dem Jahr 1863) abdruckte und ich über alle Maßen begeistert war. Das Blatt hing dann noch einige Jahre über meinem Schreibtisch, bis mir anderes wieder wichtiger war.

Die Regentrude ist ein Märchen über ein (noch nicht) Paar, das gemeinsam in einer großen, lebensbedrohlichen Dürre die „Regentrude“, eine/n schlafenden Naturgeist/Naturgöttin aufweckt, damit sie es regnen lässt. Natürlich gibt es Hindernisse, unter anderem einen hässlichen Kobold, natürlich müssen sich erst alle beweisen, und zum Happy End wird dann geheiratet. Ein Märchen, klar.

Wer das Märchen jetzt selbst lesen will, findet es hier auf zeno.org oder zumindest einen sehr ausführlichen Wikipedia-Eintrag dazu.

Ich erinnere mich, dass Arabella es vor einiger Zeit auf ihrem Blog hatte (bei ihren Sonntagsmärchen), dort findet sich vielleicht auch noch etwas zu der Verfilmung, es gab dazu nämlich einen dieser genialen DDR-Märchenfilme, die ich als Kind (und später) sehr geliebt habe, wenn sie denn mal liefen. Ich kann mich an die Regentrude allerdings nicht mehr erinnern.

Und wem die Schule Theodor Storm versaut hat (ich sage nur: Pflichtlektüre „Schimmelreiter”), der sollte ihm noch eine zweite oder dritte Chance geben. Storm ist so viel mehr als das! Wobei der Schimmelreiter eine sehr atmosphärische geisterhafte Geschichte ist, aber ich denke, wenn ich „Macbeth“ höre, auch primär an den Englischunterricht, ich kann daher rührende Abneigungen also verstehen.  😉

 

Frau im Regen | RegensucherinQuelle: Pixabay

 

Regenpoesie

Regen

Die Sonne hat nur kurz das nasse Tal umschlungen,
Die Pappeln rauschen wieder, neckisch spielt der Wind
Des Baches Schwermut hat gar lang allein geklungen,
Der Wind ist pfiffiger als ein vergnügtes Kind.

Die Wolken wollen kommen. Alles wurde rauher,
Die blassen Pappeln rascheln wie bei einem Guß.
Die nassen Weiden faßt ein kalter Schauer,
Gewaltig saust die Luft, beinahe wie ein Fluß.

Nun soll der Regen kommen! Und es gieße wieder!
Der Sturm ist kraftbegabtes Lautgebraus,
Der Regen bringt die Rhythmen heller Silberlieder,
Die Pappeln wissen das und schlottern schon voraus.

Dem nassen Tal entwallen kalte Atlashüllen,
Und auch die Nebelhauche tauchen raschelnd auf.
Der Wind beginnt die Flur mit Wispern zu erfüllen,
Die Pappeln biegen sich, das Grau nimmt seinen Lauf.

(Theodor Däubler, Regen, aus: Das Sternenkind, Quelle)

Ich hatte bei „Irgendwas ist immer“ (wo sich das wesentlich bekanntere „Berauschter Abend“ aufhält) schon mal erzählt, dass ich erfreut feststellte, dass sich das überaus hübsche Insel-Bändchen, aus dem dieses Gedicht stammt, in meinem Gedichteregal befindet. Wirklich ein Schätzchen.

 

Däubler Regen | RegensucherinQuelle: ichmeinerselbst

 

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Regenpoesie

Regen weit und breit

Da draußen regnet es weit und breit.
Es regnet graugraue Verlassenheit.
Es plaudern tausend flüsternde Zungen.
Es regnet tausend Erinnerungen.
Der Regen Geschichten ums Fenster rauscht.
Die Seele gern dem Regen lauscht.

Der Regen hält dich im Haus gefangen.
Die Seele ist hinter ihm hergegangen.
Die Insichgekehrte ist still erwacht,
Im Regen sie weiteste Wege macht.
Du sitzt mit stummem Gesicht am Fenster,
Empfängst den Besuch der Regengespenster.

(Max Dauthendey, Regen weit und breit, aus: Gesammelte Werke, Bd. 2 „Aus fernen Ländern“, S. 588/589, Albert Langen, München 1925)

 

Grundsätzlich habe ich mit diesem Gedicht euch drüben bei mir auf dem anderen Blog schon genug die Augen/Ohren vollgefreut. Da dies aber sozusagen die Mutter meiner Regengedichte ist, darf es hier nicht fehlen. Überhaupt wird es hier vermutlich viel Dauthendey geben, ich lese mich gerade erst ein.

Dauthendey Regengedicht | RegensucherinQuelle: ichmeinerselbst

 

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